Von der Vision zur Veränderung

Ein Jahr Reallabor Heilbronn: Was wir bisher alles bewegt haben

30.06.2026

Heilbronn

Vanessa Dietz

Teilnehmende des Reallabors Heilbronn bei der fünften Innovationswerkstatt des Reallabor Heilbronn

Ein Jahr gemeinsames Lernen, Erproben und Weiterentwickeln: Im Reallabor Heilbronn arbeiten 31 Zukunftseinrichtungen gemeinsam daran, Zukunftskompetenzen in Kita und Grundschule zu stärken. Die Zwischenbilanz zeigt, wie im gemeinsamen Austausch neue Ideen entstehen und Schritt für Schritt in den pädagogischen Alltag einfließen.

Wie entsteht Veränderung in Kita und Grundschule? Was braucht es, damit aus einer Idee gelebte Praxis wird? Und was passiert, wenn 31 Zukunftseinrichtungen ein Jahr lang gemeinsam lernen, erproben und weiterdenken?

Mit der letzten Innovationswerkstatt vor den Sommerferien endete das erste gemeinsame Entwicklungsjahr im Reallabor Heilbronn der Initiative Zukunftsbildung. Seit dem Kick-off haben sich die teilnehmenden Kitas und Grundschulen auf einen gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess eingelassen – mit einem klaren Ziel: Bildung zukunftsfähig gestalten und zentrale Zukunftskompetenzen nachhaltig in der Praxis verankern. Dabei stehen die Kinder im Fokus.

Von der Vision zur Umsetzung

Der Auftakt des Reallabors stand ganz im Zeichen gemeinsamer Zukunftsbilder. Inspirierende Impulse aus Wissenschaft und Praxis – unter anderem von Bildungsexpert:innen und innovativen Schulen und Kitas – bildeten den Ausgangspunkt für die weitere Zusammenarbeit. Darauf aufbauend entwickelten die Einrichtungen eigene Visionen für ihre pädagogische Arbeit und setzten sich intensiv mit Teamwerten, einem gemeinsamen Kodex sowie Fragen der Organisationsentwicklung auseinander.

Im Laufe des Jahres beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Veränderungsprozessen, Good-Practice-Beispielen, Bildungsräumen und den Zukunftskompetenzen der Initiative Zukunftsbildung. Ein besonderer Schwerpunkt lag zunächst auf der Selbstregulation: In mehreren Online-Impulsen und Innovationswerkstätten wurden sowohl die kognitive als auch die sozial-emotionale Selbstregulation wissenschaftlich fundiert und praxisnah bearbeitet.

Dabei blieb es nicht bei theoretischen Impulsen. Viele der entwickelten Ideen wurden direkt in den Einrichtungen erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Genau dieser kontinuierliche Wechsel zwischen wissenschaftlichem Input und praktischer Umsetzung macht das Reallabor aus.

Gemeinsam voneinander lernen

Ein wichtiger Bestandteil des Reallabors sind die Communities of Practice (CoPs). In diesen einrichtungsübergreifenden Lerngemeinschaften tauschen sich die Zukunftseinrichtungen regelmäßig zu ihren Schwerpunkten Interaktion, Didaktik oder Bildungsraum aus. Sie planen ihr weiteres Vorgehen, teilen Erfahrungen aus der Praxis und entwickeln ihre Ansätze gemeinsam weiter.

Zum Abschluss des Kita- und Schuljahres kamen die CoPs noch einmal zusammen, um auf die bisherigen Entwicklungen zu blicken und die nächsten Schritte vorzubereiten.

Sozial-emotionale Selbstregulation im Fokus

Die letzte Innovationswerkstatt widmete sich der sozial-emotionalen Selbstregulation. Als Unterstützung für den pädagogischen Alltag entwickelte die Initiative Zukunftsbildung eigene Gefühlskarten und Kopiervorlagen. Sie helfen Kindern dabei, Gefühle zu erkennen, zu benennen und im eigenen Körper wahrzunehmen – eine wichtige Grundlage für den Aufbau von Selbstregulationsfähigkeiten.

Die Materialien bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Kita und Grundschule und laden dazu ein, mit Kindern über Gefühle, Körperwahrnehmung und den Umgang mit herausfordernden Situationen ins Gespräch zu kommen.

Der Blick nach vorn

Mit dem Abschluss des ersten Jahres endet das Reallabor jedoch nicht – im Gegenteil. Nach den Sommerferien arbeiten die Zukunftseinrichtungen gemeinsam mit der Initiative Zukunftsbildung wieder weiter an einem Konzept zur konsequenten und durchgängigen Förderung von Zukunftskompetenzen in Kitas und Grundschulen.

Grundlage dafür ist die designbasierte Organisationsentwicklung. Wissenschaftlich fundierte Maßnahmen werden in kleinen Schritten entwickelt, in der Praxis erprobt, ausgewertet und anschließend gemeinsam weiterentwickelt. So entsteht Schritt für Schritt ein Konzept, das wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus dem pädagogischen Alltag verbindet.

Das erste Jahr hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Wissenschaft und Praxis gemeinsam Zukunft gestalten. Auf dieser Grundlage setzt das Reallabor Heilbronn seinen Weg im kommenden Kita- und Schuljahr fort – mit neuen Ideen, weiteren Erprobungen und dem gemeinsamen Ziel, Kinder bestmöglich auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten.

Links

Newsletter