Vom Zukunftsbild zum Team-Kodex

Visionen vorstellen, Teamkultur gestalten: Zweite Innovationswerkstatt im Burgenlandkreis

07.07.2026

Burgenlandkreis

Jana Lechtermann-Meißner

Am 30. Juni 2026 fand die zweite Innovationswerkstatt des Reallabors Burgenlandkreis der Initiative Zukunftsbildung (IZB) statt. Die Innovationsteams stellten ihre Zukunftsvisionen vor und beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie sie ihre Teamkultur weiter stärken können.

Mit der Salztorschule und dem Almricher Hort aus Naumburg durften wir zwei weitere Zukunftseinrichtungen im Reallabor begrüßen. Für beide Einrichtungen war diese Werkstatt der Auftakt zur Entwicklung ihrer eigenen Vision. Die anderen Zukunftseinrichtungen hatten diese bereits in den vergangenen Wochen erarbeitet. Vor Ort war auch eine Vertreterin des Salztor-Horts Naumburg, um einen Einblick in die Arbeit unseres Reallabors zu gewinnen. Wir freuen uns, auch den Salztor-Hort als jüngsten Zuwachs im Reallabor willkommen zu heißen.

Frau Kühne und Frau Langowski (Salztorschule Naumburg, links) und Frau Strauß (Almricher Hort) erhielten neben den Schildern auch ihre Zukunftsbäume.

Eigene Visionen für die Zukunft

Ein Schwerpunkt der Innovationswerkstatt war die Vorstellung der einrichtungsspezifischen Visionen. Grundlage dafür bildet die Vision für Zukunftsbildung der IZB, die Kindern bis zehn Jahren den Erwerb von Kompetenzen ermöglichen soll, die sie für eine Welt im Wandel benötigen.

Bereits bei der ersten Innovationswerkstatt am 22. April 2026 erhielten die Einrichtungen ein Werkzeugheft und ergänzende Materialien, mit deren Hilfe sie ihre eigene Vision entwickeln konnten. Zusätzlich stellten wir ihnen am 21. Mai 2026 in einem Online-Impuls den Kinderperspektivenansatz vor. Dabei ging es um die Frage, wie die Sichtweisen und Bedürfnisse von Kindern systematisch in Entwicklungsprozesse und den pädagogischen Alltag einbezogen werden können.

In der zweiten Innovationswerkstatt wurden nun die Ergebnisse sichtbar: Die Teams gestalteten ihre Visionen kreativ auf Plakaten, präsentierten diese und tauschten sich darüber aus, welche Schwerpunkte sie für ihre Einrichtungen gesetzt haben. Obwohl die Einrichtungen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, tauchten viele Themen immer wieder auf: Kinder stärker beteiligen, ein Ort zum Wohlfühlen sein und Naturerfahrungen fest im Alltag verankern.

Die Innovationsteams der sechs Grundschulen stellen sich gegenseitig ihre Visionen vor.

Sichtbares Zeichen für die Zukunftseinrichtungen

Nach der Vorstellung der Visionen folgte für die teilnehmenden Einrichtungen ein besonderer Moment. Alle Zukunftskitas, Zukunftshorte und Zukunftsgrundschulen erhielten ein Acrylschild, das künftig gut sichtbar am Gebäude angebracht werden kann. Die Schilder machen deutlich, dass die Einrichtungen Teil des Reallabors Burgenlandkreis und der Initiative „Zukunftsbildung” sind. Die Übergabe sorgte für sichtbare Freude und Stolz bei den Teams. Sie würdigt das bisherige Engagement der Einrichtungen und macht ihren Weg als Zukunftseinrichtungen auch nach außen sichtbar.

Teamkultur trifft auf Daten

Der zweite Schwerpunkt des Tages war das Thema Teamkultur. Zunächst erhielten die Innovationsteams die Ergebnisse einer ersten Befragung der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte ihrer Kita, ihres Hortes oder ihrer Grundschule. Die Innovationsteams erhielten eine Anleitung, wie sie die Rückmeldungen gemeinsam analysieren können (Beispielrückmeldung; Interpretationshilfe für Kitas).

Die Auswertung zeigt, wie die Mitarbeitenden der Einrichtungen ihre Zusammenarbeit wahrnehmen und welche Themen sie im Alltag besonders beschäftigen. Sie bietet somit eine konkrete Grundlage für Gespräche über Rollen, Kommunikation, Entscheidungen und Zusammenarbeit. Statt auf Vermutungen zu setzen, können die Teams nun mit eigenen Daten arbeiten, um Stärken zu erkennen und konkrete Verbesserungen zu planen.

Orientierung für Zusammenarbeit: Ein gemeinsamer Team-Kodex

Aufbauend auf den Ergebnissen der Befragung erhielten die Einrichtungen Materialien zur Entwicklung ihrer Teamkultur. Diese unterstützen die Teams bis zur nächsten Innovationswerkstatt am 9. September 2026 Schritt für Schritt dabei, gemeinsame Werte zu identifizieren, eine gemeinsame pädagogische Haltung zu reflektieren und daraus einen Team-Kodex zu entwickeln. Dieser soll zentrale Werte, Haltungen und Formen der Zusammenarbeit festhalten und als Orientierung im Alltag dienen.

Warum Teamkultur entscheidend ist

Teamkultur beeinflusst den Alltag in Kita, Hort und Grundschule unmittelbar. Sie zeigt sich darin, wie Entscheidungen getroffen werden, wie Teams mit Konflikten umgehen und ob Veränderungen gemeinsam getragen werden. Besonders wichtig sind dabei zwei Bereiche: Klarheit bei Zielen, Rollen und Aufgaben sowie ein respektvoller Umgang miteinander. Erst wenn beides zusammenkommt, entsteht eine tragfähige Grundlage für gute Zusammenarbeit.

Eine starke Teamkultur bedeutet natürlich nicht, dass alle Teammitglieder immer einer Meinung sind. Unterschiedliche Erfahrungen, pädagogische Überzeugungen und Perspektiven können ein Team sogar stärken. Entscheidend ist, ob diese offen angesprochen und konstruktiv bearbeitet werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die psychologische Sicherheit. Menschen können sich besser einbringen, wenn sie Fragen stellen, Fehler ansprechen oder Unsicherheiten äußern können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Teams lernen unter diesen Bedingungen schneller und entwickeln tragfähigere Lösungen.

Doch der Einfluss der Teamkultur endet nicht bei den Erwachsenen. Kinder erleben täglich, wie Erwachsene miteinander umgehen, Entscheidungen treffen und Konflikte lösen. Eine respektvolle Zusammenarbeit im Team schafft Verlässlichkeit und trägt dazu bei, dass Kinder sich sicher, ernst genommen und beteiligt fühlen. Genau deshalb gehört die Teamkultur zu den zentralen Entwicklungsthemen im Reallabor Burgenlandkreis.

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