Voneinander lernen
Reallabore im Austausch: Das Reallabor Burgenlandkreis zu Besuch in Zeitz
20.08.2026
Burgenlandkreis

Dass Reallabore als Experimentierraum für innovative Ansätze ganz unterschiedlich gestaltet werden können, konnten wir bei einem Besuch des Reallabors ZEKIWA Zeitz (RZZ) erleben.
Das RZZ besteht aus einem multidisziplinären Verbund der Hochschule Anhalt, der Stiftung Bauhaus Dessau, der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Forum Rathenau e. V. und der Stadt Zeitz.
In der Arbeit des RZZ greifen materielle, soziale, kulturelle und digitale Aspekte ineinander. Räume in der Stadt werden instandgesetzt, neue Nutzungen erprobt und zugleich Formen der Zusammenarbeit, des Wissensaustauschs und der kulturellen Teilhabe entwickelt. Auf dem Gelände der ehemaligen ZEKIWA-Fabrik bespielt das RZZ mit dem „Raum der Möglichkeiten“ das gesamte Erdgeschoss des restaurierten Industriebaus, der heute als Stadtarchiv genutzt wird. Das umliegende Areal sowie das angrenzende unsanierte Verwaltungsgebäude dienen als Experimentierfeld für neue Ideen.

Der Austausch zwischen den Reallaboren entstand auf Einladung der Projektverantwortlichen des RZZ bei der Stiftung Bauhaus Dessau. Projektleiter Dr. Werner Möller, Projektmanagerin Constance Künzel und Bauhausagentin Kseniia Shachneva berichteten, wie das Reallabor nach Zeitz kam und wie sich die Zusammenarbeit mit Schulen und zivilgesellschaftlichen Akteuren seit Projektbeginn im Sommer 2025 entwickelt hat.
Auch für das RZZ bildet der Strukturwandel den übergeordneten Rahmen. Im Mittelpunkt steht dabei die kulturelle Transformation der Stadt Zeitz.
Kulturelle Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Die Bauhausagent:innen haben verschiedene kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene entwickelt. Sie arbeiten mit sechs Schulen im Stadtgebiet zusammen und bieten dort Kurse oder Workshops an. Die Formate werden dabei an unterschiedliche Altersgruppen angepasst.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Vermittlung von Industrie- und Erinnerungskultur. Davon gibt es in Zeitz und der Umgebung viele Spuren, die als Ausgangspunkt für Bildungs- und Beteiligungsangebote dienen. In diesem Zusammenhang veranstaltete das RZZ in diesem Jahr ein internationales Sommercamp. Kreative aus verschiedenen Ländern kamen nach Zeitz, um gemeinsam Ideen für zirkuläre Architektur und nachhaltige Gestaltung zu entwickeln und auszutauschen.
Nun beginnt das letzte Wirkungsjahr für das RZZ. Die Bauhausagent:innen haben sich vorgenommen, erfolgreiche Formate langfristig zu sichern, damit die entwickelten Ideen auch über die Projektlaufzeit hinaus Wirkung entfalten können.
Hier kommt auch die Initiative Zukunftsbildung (IZB) ins Spiel. Perspektivisch könnten die Kitas, Horte und Grundschulen, die mit der IZB zusammenarbeiten, ebenfalls von den entwickelten Angeboten profitieren.

Gemeinsam für eine starke Bildungsregion
Der Burgenlandkreis hat sich Bildung auf die Fahnen geschrieben und bietet Bildungsakteure wie dem RZZ und der IZB wertvolle Wirkungsräume. Dabei können icht nur Praxis und Wissenschaft voneinander lernen, sondern auch Reallabor von Reallabor, die eine Stadt von der anderen und sicher auch eine Grundschule von einer Kita oder ein Hort von einer Grundschule.
Gemeinsam können wir Kinder stärken, damit sie die Zukunft aktiv mitgestalten können. Davon profitieren nicht nur die jungen Menschen selbst, sondern die gesamte Region.


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