Grundschule Hohenmölsen
Hausaufgaben neu gedacht: Mehr Selbstständigkeit, weniger Pflicht
28.08.2026
Burgenlandkreis

Hausaufgaben abschaffen? Mehr davon? Oder ganz anders? Beim Thema Hausaufgaben gehen die Meinungen schnell auseinander. Auch die Forschung liefert keine einfache Antwort: Es kommt darauf an, wie, wofür und unter welchen Bedingungen Kinder Aufgaben bearbeiten.
Was die Forschung zu Hausaufgaben sagt
Hausaufgaben wirken besonders ab der Sekundarstufe positiv wirken – vorausgesetzt, die Lernenden verfügen bereits über wirksame Lernstrategien.
Doch nicht nur ob es Hausaufgaben gibt, ist entscheidend, sondern auch wie sie gestaltet sind. Kurze Aufgaben sind wirksamer als langwierige. Besonders hilfreich sind Aufgaben, die bereits Gelerntes festigen und gezielt üben lassen. Und dabei spielt es keine entscheidende Rolle, wo die Aufgabe erledigt wird – zu Hause oder im Lernraum der Schule.
Auch die Freude am Tun ist ein wichtiger Faktor: Kinder lernen sinnvoller, wenn sie Freude an ihrer Tätigkeit haben.
Eine weitere Rolle spielt die Unterstützung durch die Eltern. Eine enge Kontrolle der Hausaufgaben ist weniger förderlich als eine Unterstützung, die die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder stärkt.
Denn zu viele Hausaufgaben – oder Aufgaben, die als zu schwierig oder nicht relevant empfunden werden – verursachen häufig Stress und beeinträchtigen die Motivation, ohne den Lernerfolg zu steigern.
Mehr Flexibilität und freiwillige Vertiefung
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und einer von der IZB unterstützten Befragung von mehr als 130 Eltern von Grundschulkindern in Hohenmölsen haben die Lehrkräfte entschieden, ihr Hausaufgabenkonzept weiterzuentwickeln.

Künftig konzentrieren sich die verbindlichen Aufgaben für alle Kinder auf Tätigkeiten, die im Sinne der Forschung besonders wirksam sind:
- das Üben bereits behandelter Unterrichtsinhalte, beispielsweise das Einprägen von Liedtexten oder das Weiterlesen im aktuellen Buch,
- das Üben eines Vortrags oder einer Buchvorstellung sowie
- das Sammeln von Materialien für Projekte, etwa für ein Herbarium oder ein Plakat. (Das Projekt selbst wird in der Schule umgesetzt.)
Diese Aufgaben können unabhängig vom individuellen Leistungsstand eigenständig bearbeitet werden und fördern Selbstständigkeit und Verantwortung für das eigene Lernen.
Auch der Zeitrahmen für die Erledigung wurde diskutiert: keine Aufgaben von einem Tag auf den nächsten, und nicht von direkt vor bis direkt nach Feiertagen und Ferien. Auch Zeitrahmen für die Erledigung von Aufgaben stärken das Erlernen von Eigenständigkeit im Lernprozess.
Darüber hinaus gib es freiwillige Aufgaben, die teilweise individuell auf die Kinder abgestimmt sind. So gibt es zusätzliche Vertiefungsaufgaben oder auch die Möglichkeit, außerhalb des Unterrichts weiterzuarbeiten.
Gemeinsam den Lernprozess begleiten
Neu ist auch eine digitale Pinnwand. Dort finden Eltern die aktuellen Unterrichtsinhalte sowie Anregungen zum Üben und Vertiefen. So erfahren sie mehr über die Lerninhalte und Entwicklungsschwerpunkte ihrer Kinder – genau das, was sie sich im Fragebogen gewünscht hatten.
Gleichzeitig möchte die Schule die Fähigkeit der Kinder, das eigene Lernen zu planen und zu reflektieren, kontinuierlich im Unterricht stärken. Strategien zum Lernen, Üben, Präsentieren und Zusammenarbeiten werden deshalb gezielt im Schulalltag vermittelt und eingeübt. So erwerben die Kinder Schritt für Schritt die notwendigen Kompetenzen, um immer mehr eigenverantwortlich zu lernen.


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