Von der Praxis lernen
Good Practice erleben: Hospitation in zwei Hallenser Kitas mit offenem Konzept
16.04.2026
Burgenlandkreis

Gemeinsam mit Julia Matthies aus der Zentrale in Heilbronn besuchte ein Teil des Reallabor-Teams aus dem Burgenlandkreis am 14. April zwei Kitas in Halle (Saale), die offen arbeiten.
Das Offene Konzept stellt das Kind mit seinen Interessen, Bedürfnissen und Stärken in den Mittelpunkt. Kinder dürfen neugierig ihren eigenen Weg gehen, selbst entscheiden, wo sie spielen, lernen oder zur Ruhe kommen möchten. Die pädagogischen Fachkräfte schaffen dafür verlässliche Strukturen, geben Orientierung ohne zu bevormunden und begleiten die Kinder aufmerksam. Grundlage hierfür sind das Vertrauen in die Kompetenzen der Kinder, geteilte Verantwortung und klar Regeln.
Erster Stopp: Kita Kinderland
Zuerst waren wir in der Integrativen Kindertagesstätte Kinderland zu Gast, die sich in einem großen, recht neuen Gebäude befindet. Diese entwickelte sich im Laufe der letzten vier Jahre von einer geschlossenen über eine teiloffene hin zu einer offenen Einrichtung. Die Kinder haben die Wahl zwischen verschiedenen Funktionsräumen wie dem Atelier, dem Bauraum oder dem Naturraum. Nur nach draußen dürfen die Kinder nur mit einer Aufsichtsperson.

Unser Eindruck nach dem Rundgang: Obwohl sich rund 100 Kinder im Haus befinden, ist es recht ruhig und die Atmosphäre entspannt. Das Konzept der Kita entwickele sich ständig weiter und passe sich an die aktuellen Bedarfe an, erzählte uns Leiterin Diana Franke. Zuletzt sah sich die Kita mit dem Zuzug aus der Ukraine konfrontiert, die zuvor kaum Kinder mit Migrationsgeschichte betreute. Außerdem werde Elternarbeit immer wichtiger, weshalb sie zusätzliche Eltern-Kind-Angebote wie Wandertage oder eine Lesenacht schaffe. Als zukünftige Herausforderung sieht Diana Frank das Thema Digitalisierung, da hapere vor allem an der Ausstattung.
Zweiter Stopp: Kita Spielkiste
Die Kita Spielkiste, unser zweiter Halt am Hospitationstag, setzt die offene Arbeit etwas anders um. Hier sind die Kinder auf drei altersdurchmischte „Familienetagen“ aufgeteilt. Diese sehen jeweils sehr unterschiedlich aus, da die Kita in einer alten Villa untergebracht ist und die vorhandenen Räume immer wieder neugestaltet und umgenutzt werden. Da wird der Bauraum je nach Bedürfnissen der Kinder auch zum Theater mit großer Verkleidungsecke umgebaut.

Trotzdem können sich die Kinder frei im Haus bewegen und Räume wechseln. Anders als in der Kita Kinderland können die Kinder auch in Kleingruppen selbstständig nach draußen in den Garten gehen und dort spielen. Auf den Familienetagen finden wöchentlich Kinderversammlungen statt, bei den Wünsche und Beschwerden besprochen werden.
Wie kindzentriertes Arbeiten aussehen kann
Kindzentriertes Arbeiten beginnt im Kleinen: In Zeit, die gelassen wird. Im aktiven Zuhören und Ernstnehmen. In Räumen, die gemeinsam gestaltet werden. Beispiele aus Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg zeigen, wie der Alltag aussehen kann, wenn er sich an den Kindern orientiert:


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