Michaels Wort zum Sonntag
Massive Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
03.02.2026
Heilbronn – Zentrale
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Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen verschlechtert sich. Michael Fritz zeigt, warum Bildungseinrichtungen heute mehr denn je Orte sein müssen, die Sicherheit, Zuversicht und Selbstregulation fördern – und weshalb das zur Kernaufgabe von Bildung gehört.
Immer mehr Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es schlecht. Ihre psychische Gesundheit ist massiv unter Druck – das belegen nicht nur einzelne Stimmen, sondern zahlreiche Studien, beispielsweise das Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung. Dort beschreibt jede:r fünfte Schüler:in die eigene psychische Belastung als hoch. Auch aktuelle Recherchen von Correctiv zeigen, wie dramatisch die Lage ist: Allein im Jahr 2024 wurden 116.340 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und unter 19 Jahren wegen psychischer Erkrankungen oder Verhaltensstörungen im Krankenhaus behandelt – rund 30 Prozent davon mit der Diagnose Depression. Zum Vergleich: 2023 waren es 112.538, 2022 lediglich gut 81.000 (Statistisches Bundesamt). Die Lage ist ernst. Sehr ernst.
Junge Menschen wachsen in einer Welt voller Unsicherheit auf: Pandemie, Kriege, Klimakrise, soziale Spaltung, permanenter Leistungsdruck – letzteres ausgelöst auch durch unser Bildungssystem, das auf Normierung und Selektion setzt. Dabei sollten Kitas und Schulen doch Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche sich angenommen fühlen. Wo jedes Kind Erwachsene findet, denen es wichtig ist, zu denen es Vertrauen hat und denen es sich anvertrauen kann. Von welchen es weiß, dass sie es so annehmen, wie es ist und darin unterstützen, sich entsprechend seines jeweiligen Stands erfolgreich weiterzuentwickeln. Die ihm vermitteln: „Ich glaube an Dich. Du bekommst das hin!“
Krisen, Disruptionen und immer schneller eintretende Veränderungen werden das ganze Leben unserer Kinder prägen. Was sie brauchen, ist ein Bildungssystem, das sie stark macht für eine Welt im Wandel. Das ihnen die Fähigkeit zum Einordnen der eigenen Emotionen, zur Steuerung des eigenen Handelns und viele Erfahrungen des eigenen Könnens vermittelt. Von Anfang an und dauerhaft. Nicht als Zusatzprogramm, sondern als Kernelement von Bildung. Daraus entsteht Zuversicht. Das ist kein „Nice-to-have“.
Denn Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft.
Wie wir heute mit ihrer psychischen Gesundheit umgehen, entscheidet darüber, wie unsere Gesellschaft morgen zusammenleben wird.

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