Michaels Wort zum Sonntag
Schule der Zukunft – schön und gut. Aber was ist mit der Kita der Zukunft?
03.03.2026
Heilbronn – Zentrale
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Wenn über die Zukunft der Bildung gesprochen wird, steht meist die Schule im Mittelpunkt. Michael Fritz plädiert dafür, den Blick zu weiten, denn viele Antworten auf die Herausforderungen von morgen finden sich bereits heute in der frühen Bildung.
Im Spektrum wurden Bildungsexpert:innen nach ihrer Vision für eine Schule der Zukunft gefragt. In kurzen Gastbeiträgen setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte. Einig sind sie sich darin, dass Schule mehr sein muss als ein Lernort: Sie soll neben Wissen auch emotionale Kompetenzen, Selbstständigkeit und Kreativität fördern, Teilhabe ermöglichen und individuelle Startbedingungen berücksichtigen.
Beim Lesen der einzelnen Texte habe ich häufig genickt – kein Wunder, bin ich doch mit etlichen der Autor:innen seit langem verbunden, manche sind beraten auch die IZB im Wissenschaftlichen Beirat. Entsprechend teilen wir viele der Visionen einer Schule der Zukunft.
Prof. Dr. Anne Sliwka betont die Future Skills und die Fähigkeit, konstruktiv mit Veränderung umzugehen.
Prof. Dr. Uta Hauck-Thum verknüpft dies mit dem mündigen Umgang mit digitalen Medien.
Prof. Dr. Ulrich Trautwein fordert die Stärkung der Selbstwirksamkeit.
Dr. Stephan Kielblock hebt die Bedeutung eines rhythmisierten ganzen Bildungstags hervor.
Prof. Dr. Olaf Köller beschreibt den Wert datengestützter Entwicklungsbegleitung – nicht nur für Schüler:innen, sondern auch für Lehrkräfte-Teams und Bildungseinrichtungen.
Und Prof. Dr. Kai Maaz spricht von der Notwendigkeit von „Evolution“ und „Revolution“ zugleich: manches weiterentwickeln, anderes konsequent ersetzen.
Das alles ist richtig und spricht mir und uns als IZB aus der Seele. Doch warum schreiben alle über die Schule der Zukunft und nicht über die Bildung der Zukunft?
Dass Bildungserfolg maßgeblich in der Kita grundgelegt wird, wissen und vertreten alle Genannten. Und vieles, was sie für die Schule fordern, ist in der frühen Bildung längst angelegt: ein ganztägiger Bildungsort, der jedes Kind ins Zentrum stellt, individuelle Entwicklungsstände analysiert und passgenaue Förderung ableitet; Teams, die sich als lernende Gemeinschaft verstehen und ihre Arbeit kontinuierlich weiterentwickeln etc.
Spaßeshalber habe ich in ihren Texten „Schule“ durch „Bildung in Kita und Schule“ ersetzt. Keine Aussage wurde dadurch falsch. Also: Lassen Sie uns konsequent von Bildung der Zukunft sprechen und dabei den gesamten Entwicklungszeitraum von 0 bis 18 Jahren in den Blick nehmen.
Und noch ein Gedanke: Ersetzt man in den Visionen das Wort „Schule“ durch „Kita“, klingen manche Zukunftsbilder plötzlich wie eine Beschreibung gelebter Realität in der frühen Bildung. Vielleicht kann die Schule von heute von der Kita von heute lernen, um zur Schule der Zukunft zu werden?

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